Zur Bildungsmisere

Man kann sich fragen, ob zu den aktuellen Diskussionen um die Situation der Bildungsinstitutionen in Deutschland, ja weltweit noch viel hinzuzufügen ist, liest man die Worte von Adorno und Horkheimer aus den Elementen des Antisemitismus, die 1944 erstmals erschienen:

“Der aufs Wissen abgezogene Gedanke wird neutralisiert, zur bloßen Qualifikation auf spezifischen Arbeitsmärkten und zur Steigerung des Warenwerts der Persönlichkeit eingespannt. So geht jene Selbstbestimmung des Geistes zugrunde, die der Paranoia entgegenarbeitet. Schließlich ist unter den Bedingungen des Spätkapitalismus die Halbbildung zum objektiven Geist geworden.”

Was sich in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts vielleicht noch nach neomarxistischer Weltsicht angehört haben mag, ist längst Realität und zeigt, dass weniger die Kritischen Theoretiker oder die Marsche Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse irrte. Vielmehr war und ist es bürgerliche Ideologie so zu tun, als ob Schule und Kindergarten Bildung, gar für alle, vermitteln solle. Es geht bei dem was wir heute Bildung nennen vielmehr um die Zurichtung der Einzelnen für den Arbeitsmarkt oder auf ihr Schicksal als ewige HartzIVZweiterArbeitsmarktAlmosenempfänger. Unsere Demokratie ist schon eine wirklich attraktive Veranstaltung – für ihre Gewinner.

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