Anschlag in Tröglitz: Die Versuchung nach rechts zu ermitteln

Die Fakten sind bekannt: Am 4. April brannte es in der geplanten Unterkunft für Geflüchtete in Tröglitz. Der Ort im Burgenlandkreis hatte zuvor schon eine gewisse Bekanntheit erlangt, da der Bürgermeister Nierth zurückgetreten war, weil er in seinem Engagement gegen örtliche Nazis und Rassist_innen und für die Geflüchteten vom Landkreis allein gelassen wurde. Das fand seinen Ausdruck in einer geplanten NPD-Kundgebung vor seinem Wohnhaus, über die durch das Landratsamt nicht verhindert wurde.

Wer glaubt es sei nun logisch im Milieu der lokalen Neonazis und Durchschnittsrassist_innen zu ermitteln, kennt nicht den  sachsen-anhaltinischen Innenminister Holger Stahlknecht. Er lässt fröhlich in jede Richtung ermitteln, auch in der Linken. Pardon bei den Linksextremisten muss es selbstverständlich getreu der Extremismustheorie heißen. Denn Stahlknecht will laut MDR nicht der Versuchung erliegen, die Täter nur im rechtsextremen Bereich zu suchen. Vollkommen schlüssig erscheint es dem CDU-Politiker, dass Linke den Anschlag verübt haben könnten, um ihre rechten Gegenspieler zu diskreditieren.

Stahlknechts an Irrsinn grenzende Unterstellung wirkt wie eine krude Mischung aus pathischen Projektionen und Extremismustheorie. Dabei ist eine solche Konstruktion kein Einzelfall. Am 23. Mai wurde ein Brandsatz auf das Gelände, der durch Refugees ehemals besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule n Berlin-Kreuzberg geschleudert. Der Anschlag soll dem dort stationierten Wachdienst gegolten haben. Dieser hatte angeblich eine Gruppe von Unterstützer_innen nicht das Gelände der Schule betreten lassen. Laut Polizei sollen Unterstützer_innen der Geflüchteten für den Brandsatz verantwortlich sein. Die Berliner Behörde wird durch das CDU-Mitglied Henkel geführt. Im Denken, das hinter diesen Konstrukten steckt zeigt sich der ganze ideologische Charakter der Extemismustheorie, die an moralischer Haltlosigkeit ihres gleichen sucht. Deren Hört mag nicht alleine die Union sein. Doch in dieser nach weit rechts offenen Partei feiert der Exremismushumbug fröhliche Urständ und man möchte, würde man an den Rechtsstaat glauben ein Verbot dieser Vereinigung fordern. Es wäre mangels V-Leutne formal wohl leichter zu erreichen, als eines der NPD.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: