Manifest für ein egalitäres Europa – für ein antifaschistisches Europa

Das „Manifest für ein egalitäres Europa“ von Zissis Papadimitriou und Karl Heinz Roth hat einen interessanten Ausklang, der auf das „europäische Vermächtnis des antifaschistischen Widerstands“ rekurriert: „Das Europa von heute wird durch Massenerwerbslosigkeit, prekäre Arbeitsverhältnisse, sozial Enteignung und den fortschreitenden Abbau der demokratischen Rechte verdüstert. Das ist nicht das Europa des antifaschistischen Widerstands der 1940er Jahre. Es ist das krasse Gegenteil jener »Europäischen Föderation«, wie sie den Linkssozialisten der italienischen Resistenza, der französischen Résistance und einigen deutschen Widerstandsgruppen vorgeschwebt hat. Ihr Vermächtnis ist heute weitgehend vergessen. Wer weiß heute schon, dass berlin-brandenburgische AntifaschistInnen zahlreiche Juden retteten und Verbindungen zwischen den Widerstandszellen der ausländischen ZwangsarbeiterInnen herstellten, weil sie diese Schritte als Vorbereitung in zu einer »Europäischen Union« ansahen? Und wer erinnert sich noch an das europäische Föderationsprogramm der italienischen Linkssozialisten, das dann nach Kriegsende dem Mahlstrom des Kalten Kriegs zum Opfer fiel und anschließend durch den Zugriff der übermächtigen bürgerlichen Konkurrenz zu einem wohlfeilen Versatzstück der Liberalisierung der Waren- und Kapitalmärkte deformiert wurde? Heute siebzig Jahre später, können wir an dieses Vermächtnis wieder anknüpfen. Selbstverständlich ist dies nicht im wörtlichen Sinn möglich.“ Trotzdem sind und bleiben die Visionen der der antifaschistischen EuropäerInnen den Zielen der Assoziation Egalitäres Europa (Vernetzungsprojekt dem die beiden Autoren nachgehen, IS) wesensverwandt: Die Europäische Föderation sollte dem Kontinent nicht nur den Frieden bringen, sondern auch Menschen- und Existenzrechte, Arbeiterdemokratie, Gemeineigentum und Wohlstand.“ Auch, wenn Papadimitriou und Roth ein wenig einen Mythos bemühen, scheint mir ihr Impuls im Grunde richtig, den europäischen Gedanken gegen die EU und ihre Austeritätspolititk zu stärken, die die Erstarkung von Faschisten jeglicher Couleur und Abschottungspolitik gegenüber Geflüchteten mit sich bringt. Humanere Modelle als diese EU, die gemeinsam mit den USA den Menschenrechts Gedanken entwertet, ist durchaus denkbar.

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